Möglicher Verlauf des neuntägigen Wanderrittes
Der Ritt ist ein echtes Abenteuer in den argentinischen Anden! Sie werden unterwegs Gebirgsbäche durchqueren, durch Wälder mit alten Südbuchen reiten und mit etwas Glück Kondore, Guanakos und Hirsche beobachten. Sie erkunden eine wilde ursprüngliche Region, die nur auf dem Rücken eines trittsicheren Pferdes zu erreichen ist.
Sie erleben ein ungewohntes Zeitgefühl, denn nach dem Verlassen von San Carlos de Bariloche sind Sie ohne Verbindung zur Außenwelt. Im Tal des Rio Chobut gibt es keine Versorgung mit Elektrizität, keinerlei Funksignale für Mobiltelefone und auch keinen Zugang zu Internet. Das sind jedoch die einzigen zivilisatorischen Errungenschaften, die Sie die ersten Tagen vermissen werden. Die Unterbringung im Camp Sapucai ist sehr komfortabel und das rustikale Camping mit Iglu-Zelten vermittelt eine gewisse Abenteuer-Atmospäre. Ein Highlight ist die Übernachtung im luxuriösen Kuppelzelt in Las Buitreras.
Tag 1 Anreise nach San Carlos de Bariloche
Ankunft am Flughafen in Bariloche, wo Sie ein privater Transport erwartet und Sie zu einem Hotel bringt. Bariloche ist eine ungewöhnliche Stadt im Norden der patagonischen Anden, umgeben von Seen und Bergen. Ab-hängig von Ihrer Ankunftszeit können Sie die Stadt entdecken und noch Einkäufe für den Ritt tätigen. Am späten Nachmittag treffen Sie den Guide und Ihre Mitreiter im Hotel und besprechen das Programm und die Anforderungen für die nächsten Tage, anschließend essen Sie gemeinsam zu Abend in einem traditionellen Restaurant. Übernachtung im Hotel.
Tag 2 Bariloche – El Sapucai
Gegen 10 Uhr verlassen Sie Bariloche und fahren auf der berühmten Routa 40 in Richtung Süden. Die Routa 40 ist mit 5.301 km die längste Nationalstraße von Argentinien, sie beginnt an der Grenze zu Bolivien und verläuft während der ganzen Strecke am Fuß der Anden. Zunächst durchqueren Sie die Seenregion in Nordpatagonien und erleben später die Weite der Steppe. Nach etwa 4 Stunden erreichen Sie den Reiterhof in den Vorkordilleren und beziehen Ihre Unterkunft in einer der komfortablen Jurten. Sie lernen Ihre Gastgeber und die Pferde kennen und bei einem Einführungsritt am Nachmittag machen Sie sich mit Ihrem vier-beinigen Gefährten vertraut.
Frühstück, Lunchpaket, Abendessen - ca. 1-2 Stunden im Sattel.
Tag 3 El Sapucai - Bergseen - El Sapucai
Nach einer erholsamen Nacht im stillen Chubut Tal genießen Sie das Frühstück mit anschließendem Briefing. Von der Lodge aus erklimmen Sie die Bergkette, um den Panoramablick auf die umliegenden Anden zu genießen. Die Geschicklichkeit und Trittsicherheit der Pferde wird Sie faszinieren, während sie die verschiedenen Geländearten durchqueren: Feuchtwiesen, Lenga-Wälder und felsigen Untergrund. Am Gipfel dieses Aufstiegs erreichen Sie einen Aussichtspunkt mit einem-Panorama von 360°. Von hier aus können Sie die Lagunen bewundern und das Lunch-Picknick mit Blick auf die Cordillera mit ihrem ewigen Schnee genießen. Auf dem Rückweg nehmen Sie einen anderen Weg durch zwergwüchsige Ñire- und Lenga-Wälder, bis Sie die gemütliche Lodge erreichen. Eine besondere Baumart sind die Arten von Schein- oder Südbuchen (Nothofagus), die in Argentinien als Cohuie-, Lenga-, Ñire - Rauli- und Guindo-Bäume unterteilt werden.
Frühstück, Lunchpaket, Abendessen und Übernachtung im Camp – ca. 6-7 Stunden im Sattel.
Tag 4 El Sapucai - La Angostura - El Sapucai
Sie reiten flussabwärts nach La Angostura und folgen dem Chubut auf einem alten Pfad am Ufer. In der Vergangenheit wurde auf diesem Weg geschlagenes Holz aus den Bergen zu den Verladestellen an der Eisenbahnlinie transportiert. Lunch-Picknick am Flussufer. Am Nachmittag reiten Sie auf einem anderen Weg zurück nach El Sapucai.
Frühstück, Lunchpaket, Abendessen. Übernachtung in der Berghütte – ca. 4-5 Stunden im Sattel.
Tag 5 El Sapucai - Verenada Miranda
Heute beginnen Sie die Überquerung der Cordillera, die nach vier Tagen in Bariloche beendet wird. Die Landschaft wird immer dramatischer, je tiefer Sie in die felsigen Berge vordringen. Sie reiten den Fluss Chubut hinauf, vorbei an einer verlassenen Gold-, Silber- und Bleimine. Die dort ansässigen Siedler, die Familie Miranda, werden Ihnen sicher einige Geschichten aus der Vergangenheit sowie Einblicke in ihre heutige Lebensweise erzählen können. Dann reiten Sie weiter flußaufwärts zu einer Sommerweide (Veranada). Am Ufer des Cerrucho-Baches wird das Lager aufgeschlagen, geschützt in einem Zwerg-Ñire-Wald. Es besteht die Möglichkeit, den einzigen Wasserfall entlang des gesamten 850 km langen Verlaufs des Chubut-Flusses zu besuchen.
Frühstück, Lunchpaket, Abendessen. Übernachtung im Camp – ca. 5-6 Stunden im Sattel.
Tag 6 Verenada Miranda - Pichileufu
Heute vormittag reiten Sie weiter am Chubut entlang bergauf, bis Sie ein riesiges Amphitheater erreichen, in dem der Fluss entspringt. Am Nachmittag überqueren Sie das Cerro de las Carreras-Massiv, das die Wasserscheide zwischen dem Pazifik und dem Atlantik bildet. Zunächst geht es über felsiges Gelände bergab und dann führt der Weg durch einen schönen Lenga-Wald. Nach weiteren zwei Stunden erreichen Sie die Quelle des Pichileufu Flusses, an dessen Ufer das Lager für die Nacht aufgeschlagen wird.
Frühstück, Lunchpaket, Abendessen; Übernachtung El Sapucai – ca. 4-5 Stunden im Sattel.
Tag 7 Pichileufu - Las Buitreras
Zunächst ist das Tal noch von Lenga- und Ñire-Wäldern umgeben. Der Pichileufu fließt ruhig und mäandert durch das Tal. Es tauchen Som-merweiden mit gutem Grasbewuchs auf und das Tal öffnet sich all-mählich. Sie machen Halt am Ufer des Pichileufu Flusses in der Nähe der alten Pacheco Sommerweide, und genießen diese friedlichen Momente. Am Nachmittag erreichen Sie die „Domes“, eine luxuriöse Unterkunft an diesem abgelegenen Ort mit Blick auf den Cerro La Buitrera, eine durch Wind- und Wassererosion geformte Felsformation. Diese Landschaft vermittelt den Eindruck, sich auf einem anderen Planeten zu befinden. Die Kuppelzelte sind sehr komfortabel.
Frühstück, Lunchpaket, Abendessen; Übernachtung El Sapucai – ca. 5-6 Stunden im Sattel.
Tag 8 Las Buitreras - Bariloche
Sie verlassen die Kuppelzelte und reiten am Hang des Hügels Las Buitreras entlang. Beim Abstieg in Richtung der Ortschaft Ñirihuau überqueren Sie den Bach La Mina, an dem sich ein altes Ölfeld befindet. Bei genauer Betrachtung kann man noch immer Öl riechen und sehen, wie es aus dem Boden sickert. In der Gegend um Ñirihuau, etwa 25 km von Bariloche entfernt, finden sich eine Vielzahl kleiner, familiengeführter Bauernhöfe. Die Siedler hier beschäftigen sich hauptsächlich mit der Zucht von Schafen, Rindern und Pferden sowie mit der Forstwirtschaft. Am Ende des Rittes verabschieden Sie sich von den Pferden und ein privater Transfer bringt Sie zurück ins Hotel nach Bariloche. Die Pferde werden von den Guides nach El Sapucai zurückgebracht. Abendessen in eigener Regie. Übernachtung im Hotel in Bariloche.
Tag 9 Abreise
Frühstück im Hotel und ein privater Transfer bringt Sie zum Flughafen für die Heimreise. Oder Sie bleiben noch in Argentinien, denn es gibt noch viel zu entdecken.
Gepäck
Sie sind in unwegsamem Gebiet unterwegs und alles Gepäck kann nur auf Packpferden befördert werden. Das maximale Gewicht für die Packpferde liegt pro Person bei 10-11 kg und zusätzlich können Sie noch ca. 4 kg in der Satteltasche verstauen. Die Gewichtsgrenzen müssen eingehalten werden, um die Packpferde nicht zu überlasten.
Am Tag Ihrer Ankunft im Hotel in Bariloche findet am Nachmittag im Hotel eine Einweisung mit Ihrem Guide statt. Er wird Ihnen einen wasserdichten Packsack aushändigen, damit Sie vor der Abreise am nächsten Tag aus Ihrem gesamten Gepäck nicht mehr als 10 kg an persönlichen Gegenständen auswählen und aussortieren können. Dieser Packsack begleitet Sie auf Ihrer Reise und wird während des Rittes von den Packpferden getragen. Der Rest Ihres Gepäcks verbleibt in Ihrem Hotel in Bariloche, und Sie erhalten Ihr grosses Gepäck am Tag Ihrer Rückkehr nach Bariloche zurück, wenn der Transfer Sie am Ende Ihrer Tour dorthin zurückbringt.
Wetter
Die Temperaturen in der Cordillera schwanken stark. Sehr früh am Morgen oder bei Einbruch der Dunkelheit kann es mit 0 Grad sehr kalt werden, während die Temperaturen zur Mittagszeit bis zu 30 Grad Celsius erreichen können. Es ist auch wahrscheinlich, dass es irgendwann regnen wird, obwohl die Regenzeit normalerweise erst im Spätherbst (April) beginnt! Denken Sie außerdem daran, dass der Platz für Gepäck begrenzt ist; wir empfehlen Ihnen daher, nur das Nötigste mit auf die Reise zu nehmen.
Um diesen Temperaturschwankungen gerecht zu werden, empfiehlt es sich, Kleidung in mehreren Schichten zu tragen, die Sie ausziehen können, sobald die Sonne wärmer wird. Denken Sie daran, dass mehrere Schichten dünner Kleidung bequemer sind als eine einzige Schicht dicker Kleidung. Seide oder dünne Thermounterwäsche (oder ein Rollkragenpullover/langärmeliges T-Shirt und Leggings) sind eine gute Idee, wenn Ihnen kalt ist, und eignen sich auch gut zum Schlafen. Zu der Ausrüstung, die Sie erhalten, gehört ein Poncho zum Schutz vor Regen.
Von Mitte Dezember bis Ende Januar taucht in unserem Süden ein lästiges, aber harmloses Insekt namens „Tábano“ auf. Diese Insekten werden sehr stark von dunkler Kleidung wie Blau oder Schwarz angezogen und weniger von heller Kleidung wie Weiß oder Gelb. Bitte berücksichtigen Sie dies bei der Auswahl Ihrer Kleidung für die Reise.
Verpflegung
Das Essen auf dieser Reise wird eine besondere Mischung aus Aromen und Zutaten sein, die die ethnische Vielfalt der patagonischen Kreol-Küche widerspiegelt. Ein traditioneller Holzofen in der Lodge „El Sapucai“ verleiht den Gerichten eine besondere Note. Zur richtigen Jahreszeit können Sie die köstliche Regenbogenforelle probieren. Das „Asado Criollo“ könnte bei mehreren Mahlzeiten serviert werden. Es besteht aus köstlichem Lamm- oder Rindfleisch, das über der Glut und auf Brennholz gebraten wird. Als typisches Haupt-gericht wird es auf verschiedene Arten zubereitet und in der Regel mit Salat, Kartoffeln und natürlich Rotwein serviert. Die Auswahl an Gemüse und Obst sind hervorragend und sehr vielfältig.
Reitführer
Unsere Partner sind überzeugt, dass ein guter Reitführer der Schlüssel zu einer erfolgreichen und unvergess-lichen Reise ist. Deshalb wird qualifiziertes Personal eingesetzt, das über eine WFR-Ausbildung (Wilderness First Responder) sowie eine Erste-Hilfe-Ausbildung verfügt. Der Reitführer und die Gauchos (Baqueanos) ha-ben viel Erfahrung, sind zweisprachig und kennen sich bestens mit der Region, den Menschen und ihrer Kultur aus. Der Reitführer und die Gauchos stehen Ihnen in jeder unvorhergesehenen Situation mit Rat und Tat zur Seite, assistieren beim Auf- und Absatteln und sorgen generell für Ihre Sicherheit.
HINWEISE:
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Reise nicht für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet ist.
Unsere Partner vor Ort behalten sich das Recht vor, den Verlauf des Programmes auf Grund nicht vorhersehbarer Einflüsse zu modifizieren.